Wie entsteht Kreativität?


Für den Akt des „Erschaffens“ benötigen wir das Wohlgefühl von Freiheit und Sinn.
Dann kann Kreativität entstehen.
Das Entscheidende ist, dass wir nicht nur den Moment, 
in dem wir etwas erschaffen, beobachten. 
Auch die zwei vorhergehenden Phasen, in denen neue Gedanken (also Werkzeuge und Fähigkeiten) aufgenommen und verarbeitet werden sind wichtig.

Die 4 Phasen der Kreativität

1. Lernphase

Kreativität kann nur durch neue Verknüpfungen entstehen.

Tätigkeiten, die sich für die Lernphase eignen:

• Seminare und Workshops
• Sachbücher und Fachzeitschriften
• Gespräche und kommunikativer Austausch
• Events bzw. Besuche von interessanten Orten

2. Verarbeitungsphase

Grundsätzlich nehmen wir alles, was wir sehen, hören, spüren, riechen und schmecken auf – doch gut trainierte Filtermechanismen lassen nur das ins Bewusstsein, was uns momentan wichtig erscheint.
Was passiert aber mit all diesen im Moment „unwichtigen“ Informationen?
Wir behalten sie in einem Speichermodus, der es erlaubt, dass sie – vor allem im Schlaf – in die bisherigen Erfahrungen, Wahrnehmungen und Schlussfolgerungen „einsortiert“ werden.
Hierbei werden dann die Verknüpfungen gemacht, die wir für neue und originelle Ergebnisse in kreativen Prozessen benötigen.
Kurz gesagt: Erst durch den Müßiggang, bei dem das Gehirn in die Verarbeitungsphase geht, wird aus dem Gelernten auch brauchbares Material für die Kreativität.
Die gute Nachricht ist also: Nur, wenn Du dich auch entspannst, kannst Du später kreativ sein.

Tätigkeiten, die sich für die Verarbeitungsphase eignen:

• Schlafen
• Meditieren
• Tagträumen
• Spaziergänge

3. Kreativitätsphase

Wenn wir unser Unterbewusstsein schließlich mit verknüpfbaren Erfahrungen gefüllt
und diese verarbeitet haben, können wir daraus Neues oder Originelles erschaffen.
Dafür gibt es eine Menge Techniken und Möglichkeiten.
Wichtig in dieser Phase ist unsere Gehirnchemie:
Alles, was uns stresst, stoppt die motivierende und erschaffende Wirkung von Serotonin und Dopamin. Bleibe deswegen so lange wie möglich in einem Modus der Entspannung und des weiten Denkens. Lasse alle Ideen zu und verwerfe, was dir nicht gefällt.
Ganz ohne Zeitdruck. Bleibe so locker wie möglich.

Tätigkeiten, die sich für die Kreativitätsphase eignen:

• Erlerntes Ausprobieren
• Schnittmuster anpassen
• Nähen eines Probeteils
• Modellieren einer Schneiderbüste
• Intuitives Drapieren an der Schneiderbüste
• Fehler machen und Lösungen finden

4. Fokusphase

Am Ende sollte ein textiles Produkt entstehen.
Im Idealfall schließt sich nach der Kreativitätsphase, die frei von Termindruck ist,
eine klar definierte Produktionsphase an.
In der Fokusphase sollte es nicht mehr um viele Wahlmöglichkeiten gehen, sondern um die Fertigstellung. Die kreativen Weichen sind gestellt – nun geht es voran.

Tätigkeiten, die sich für die Fokusphase eignen:

• Stoff zuschneiden
• Schnittteile zusammensetzen
• Taschen und Designdetails anbringen
• Reißverschlüsse und Knöpfe annähen
• Säumen


Vor allem, weil sich die 4 Phasen nicht wirklich scharf voneinander trennen lassen, handelt es sich eher um einen Kreislauf – der innerhalb einer kreativen Produktion mehrfach durchlaufen wird.